Mittwoch, 20. September 2017

MMM 15/2017 und ewig grüßt das Murmelkeid (Vogue 1027)

Einer meiner am meisten genähten Schnitte ist das Pseudowickelkleid Vogue 1027.
Da ich im Moment sehr wenig Zeit zum Nähen habe, greife ich noch mehr als sonst auf bewährte Schnitte zurück. Für Experimente ist meine Nähzeit einfach zu knapp.
(Obwohl die Wunschliste für neue Schnitte darauf keine Rücksicht nimmt)

Meine Transparentschnittteile haben mittlerweile vermutlich nur noch wenig Ähnlichkeit mit der ursprünglichen, originalen Kopie. Mehrmals schon musste ich das zerbröselnde Transparentpapier durch eine Kopie ersetzen. Mit all den Abweichungen, die sich dabei ergeben können.

Auch habe ich mir zusätzlich Oberteil- Schnittteile erstellt für eine Variante mit Ärmeln, welche ich frei vom echten Voguewickelkleid 8379 entliehen habe. Und in dieser Variante auch schon drölfzillionenmal genäht.




Nicht nur kann man dieses Kleid aus schwarz-weißem Viskosejersey zum Ausgehen anziehen, nein, auch ein ganz normaler Büroalltagstag lässt sich mit Strickjacke und flachen Stiefeln darin verbringen. Dazu ein leichter Mantel (hier im späten Frühjahr fertiggestellt und gezeigt)




Das Oberteil habe ich wieder mit neutralem Flutschjersey vom Maybachufer gedoppelt. Das trägt sich super. Und man kann die vordere Kante einfach nach innen einschlagen und unsichtbar von Hand an dem Flutsch festnähen.


Da dieser Viskosejersey recht wenig Stretchanteil hat und zum Ausleiern neigt, habe ich -nach einigen Wäschen- nachträglich einfach einen Hutgummi in den Umschlag am Ausschnitt eingezogen. Jetzt leiert da nichts mehr aus.

Frau Rothedinge zeigt uns als heutige Gastgeberin eine herrliche goldene Hose, Schmacht!
Müsst ihr euch unbedingt auf dem MMM-Blog anschauen.

Mittwoch, 13. September 2017

MMM 14/2017 Jaja, es ist schon wieder ein Hollyburn

Es darf gerne wieder gegähnt werden, denn ich zeige heute wieder mal einen Hollyburn-Rock. (Schnittklassiker von sewaholic). Ich nähte ihn für eine Mottoparty im Juni und jetzt zu Beginn des Herbstes habe ich ihn wieder rausgeholt


So kam der Stoff zu mir:
Lucy Nahtzugabe entdeckte ihn einst zur Zeit des Prada-Sew-Alongs im Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg (hier ihr Bericht). Ein Teil ihrer damaligen Beute fand den Weg nach Süddeutschland zu Monikate. Sie nähte sich einen Rock daraus (hier beim Finale zu sehen) und es blieb noch ein Rest übrig. Den sie dann -vielen lieben Dank- wiederum mir schenkte. So wanderte dieser Stoff von -tja wo mag das Polyzeug wohl hergestellt worden sein?- nach Berlin-Lichtenberg über Süddeutschand zurück nach Berlin-Kreuzberg.


Es ist ein absoluter Vollpolystoff, der nicht nur schön fällt sondern sich -aktuell noch eisern ohne Strumpfhose- super trägt. Das hätte ich der irren Stoffqualität nicht zugetraut. Aber kommt Strumpfhose kommt vielleicht Elektrisierungsgefahr.


Er trotzte schon Wind und Wetter an er Ostsee, macht sich aber auch in Stadt und Land wunderbar.
Oder auf herbstlichen Spaziergängen:


Und hier noch ein Outtake, bei dem der Fotograf zu spät abgedrückt hat.



Und was tragt ihr bei diesem Übergansgwetter? Ich bin gespannt, was es beim MMM heute wieder alles zu entdecken gibt.

Sonntag, 10. September 2017

Herbstlicher Kiezspaziergang mit Esme

Für den Sommerurlaub hatte ich mir einen neuen Esme (Named) gegönnt. Habe ihn dort abends und in klimatisierten Transportmitteln gerne und ausgiebig getragen.
Nun dient er mir an warmen Herbsttagen auch noch als Mantelersatz.


Der Stoff war ein Rest vom Maybachufer, Ich mag das (schlecht fotografierbare) melierte Grün und die kuschelige, angeraute Innenseite sehr. Außen hat der Stoff Strickstruktur.

von links nach rechts: Strckige Außenseite, Blende aus andrem Stoff, flauschige Innenseite

Ich habe ja oft eher zu wenig als zu viel Stoff.
Bei Esme in Größe 36/38 lassen sich das Rückenteil und die beiden Vorderteile nebeneinander entlang der Stofflänge legen. Dann noch die Ärmellänge darunter, da kommt man -je nach Länge des Mantels- mit ca 1,75m / 1,80m bei normaler Stoffbreite hin. Aber kann die Blenden dann nicht mehr aus dem Originalstoff zuschneiden. Hier habe ich deshalb einen Streifen eines farblich passenden Jersey aus dem Lager angenäht.


Auch die Taschen habe ich aus Stoffspargründen mit anderem Stoff gedoppelt und aufgenäht.


Auf meiner unendlichen to-sew-Liste stehen noch etliche Esmes. Ein paar der Erstgenähten werden langsam fadenscheinig, auch die muss ich unbedingt ersetzen.

Mittwoch, 6. September 2017

MMM 13/2017

Meine Sommer- oder was-auch-immer-Blogpause war bedeutend länger als die vom MMM-Blog.
Dort wie hier geht es heute frisch und erholt wieder mit dem mittwöchlichen MeMade-Reigen los. Und das sogar gleich mit einem Mottotag. "Mein schönstes Ferienerlebnis"

Dieses Jahr "passierte" mir mein Sommerurlaub relativ spontan - nicht zuletzt, weil er wirklich einfach dringend nötig war. Umso mehr habe ich meine 2 Wochen in Südfrankreich genossen.

Neben dem umfangreichen Zubehör für ein geplantes Urlaubsterrassenpatchworkprojekt passte nicht mehr viel in den Koffer. Was mir aber sehr recht war, denn mit 5 Jerseykleidern, 3 selbstgenähten Bikinis und einem neuen Esmemantel hält man einen Sommerurlaub sehr gut durch. Zumal, wenn man auch noch Zugriff auf eine Waschmaschine hat. Dass fast genau so viele Schuhe wie Kleider im Koffer lagen, tut hier ja nichts zur Sache, oder?

Meine diesjährige Sommerliebe ist der Schnitt "Eliana" von pauline alice. Gleich 3 Stück nähte ich in diesem Sommer - trotz sehr knapp bemessener Zeit. (Ein viertes hatte ich fertig zugeschnitten im Urlaub dabei, das wurde in diesen aber vor lauter Erholung nicht mehr fertig)

Dieses schlicht schwarze Eliana aus Viscosejersey ist -wer hätte das gedacht- mein liebstes und meist getragenes Urlaubskleid. Bequemer, unkomplizierter und variabler geht es nicht.
Diese Variante aus Tussistoff hat es auch viele Tage ins Sonnenlicht geschafft, obwohl ich die (hier wegen Gegenlicht kaum erkennbare) Musterverteilung nicht besonders gelungen finde.
Aber der leichte Viscosejersey ist einfach absolut urlaubstauglich.

Ich habe die Eliana-Kleider jeweils ohne die horizontale Teilungsnaht genäht, da mir der Tunnelzug für mich etwas zu tief liegend schien.
Stattdessen habe ich VT und RT von iben nach unten am Stück zugeschnitten und die Lage für das Tunnelband für den Gummizug am lebenden Modell abgesteckt. Die Rundung ließ sich mit einer gewissen Unverkrampftheit einfach durch Überlagern der Schnitteile und großzügiges Weggucken elimineieren.
Das funktionierte bei diesen beiden Modellen aus Viscosejersey super. Und ging natürlich auch ratzfatz.

Beim ersten Probemodell aus Baumwolljersey mag ich die, durch die Raffung entstehenden Querfalten über der Brust nicht so sehr. Ob die mit der fehlenden Krümmung der Verbindungshaht zusammenhängen weiß ich nicht. Wollte ich eigentlich bei den nächsten Modellen ausprobieren, habe ich dann aber doch nicht....



Neben den neu genähten Elianas packte ich mir auch meinen Vorjahressommerfavoriten nach dem Tiramisu-Schnitt (Cakepattern) ein:


Dieses Maxikleid fühlte sich letzten Sommer in Portugal und auch dieses Jahr in Marseille am Strand irgendwie passender an als bei einem Auf-die-Schnelle-Stopover in Brüssel.
Trotzdem gab es im Koffer noch dieses gern getragene Kleid, im Vorsommer nach gleichem Schnitt aus Palmenviscosejersey genäht. (Bei dem sich wieder das Problem mit dem Abpüstern der Länge ergab - siehe Foto2)


Und was war jetzt mein schönstes Ferienerlebnis?
Meine Stunden im temporären Nähzimmer auf der Urlaubsterrasse:



Auch wenn das Nähen in der Hitze und der trägen Urlaubslaune nur langsam vonstatten ging, habe ich tatsächlich das Top von meinem Schwarz-Weiß-Quilt endlich fertig. Den Stoff für die Rückseite und den kofferfüllenden Vlies habe ich bei der Rückreise einfach unbenutzt wieder eingepackt. Da hatte ich mich mit meiner ehrgeizigen Planung vor dem Urlaub wohl etwas übernommen. Was auch gut ist, denn so kam die Erholung wirklich nicht zu kurz.


Ich bin gespannt, was ihr aus eurem Urlaub berichten werdet.

Mittwoch, 28. Juni 2017

MMM 12/ 2017 Ahoi oder Ahoy oder Ahoj

Für die Näherei habe ich gerade nicht so üppig viel Zeit. Zum Glück finden manchmal Nähkränzchen statt, ansonsten hätte ich irgendwann nix mehr zum Anziehen.... ;)))

Bei Nähkränzchen nähe ich lieber Webstoff als Jersey. Zum Einen benötige ich dann keine bzw. nicht dauernd die (Gemeinschafts-)Overlock. Zum anderen gibt es bei Webstoff meist auch mehr Fleißnähte, die man dann ganz unbeschwert beim gemütlichen Quatschen.wegnähen kann.

So auch Anfang April. Ich war unschlüssig, hatte zu dem Zeitpunkt aber schon meinen tollen Zufallsgrundschnitt und kramte deshalb einen etwas älteren Stoff aus dem Lager. Anker. Ich komme von der Nordsee und könnte mich deshalb auf maritime Motive berufen, aber trotzdem blieb so ein bißchen das Gefühl, dass ich mit meinem Ankerstoff der Nähmode in meiner Bubble irgendwie 3 Jahre hinterherhinke.

 
So lange liegt der Stoff auch schon im Lager, Denn da er relativ teuer war, wartete ich die ganze Zeit auf einen Nummersicherschnitt. Bis der Stoff dann etwas aus der Mode gekommen war.

Zu dem Zeitpunkt kannte ich die aktuelle Frühling/Sommer-Kollektion von Lena Hoschek noch nicht. Denn da sind maritime Motive plötzlich wieder total en vogue. Kommt ja immer alles wieder. .Nur so schnell hätte ich nicht damit gerechnet.

Wenn ich mein Kleid jetzt auch einfach mit "Ahoy" betitele, wär ich eine richtige Trendsetterin.  Oder heißt es doch besser Ahoi?
Oder vielleicht Ahoj? Das war eines der Merkwürdigkeiten meiner Fernsehkinderzeit. In den tschechischen Kinderfilmen und Serien begrüßten sich nämlich immer alle mit Ahoj. Und ich wunderte mich. Kein Meer weit und breit. Sehr seltsam.



Der "Grundschnitt" also das Körperteil ist ein Zufallsmix aus 2 verschiedenen, schlecht sitzenden Burdaschnitten, die zusammen ein körpernahes, gut sitzendes Oberteil ergaben. (hier gibt es Details)


Der Rock ist ein in großzügige Falten gelegtes Rechteck. Reißverschluss in der Seitennaht. Keine Taschen.


Und die passende Gürtelschnalle ist aus einem Konvolut, dass ich vor 2 Jahren auf einem französischen Flohmarkt fand.

Ahoi MMM, wie jeden Mittwoch.

Mittwoch, 14. Juni 2017

MMM 11/17 Einfarbiges Vorturnen

Hallo ihr Lieben, heute darf ich wieder Gastgeberin auf dem MeMadeMittwoch-Blog sein. Hier mein heutiger Post:

Immer wieder stelle ich fest, dass ich mir viel zu selten unifarbene (oder ist das Wort jetzt doppelt gemoppelt und heißt einfach nur uni?) Kleidung nähe. Ich kaufe auch viel zu selten einfarbigen Stoff, Der Griff zu einem schönen Muster ist beim nicht zielgerichteten Stoffkauf irgendwie immer viel spannender. Auch bin ich bei einem schönen Muster bzgl. der Stoffqualität eindeutig toleranter. Wie geht es euch damit? Habt ihr genügend einfarbigen Stoff im Lager?
Habt ihr eine bestimmte Stoffqualität eines Anbieters, die ihr euch immer dann kauft, wenn ihr was Einfarbiges wollt oder braucht? 


Am vorletzten Wochenende habe ich mir endlich mal wieder ein einfarbig schwarzes Kleid genäht. Aber ganz farb- und musterlos finde ich es nicht;




Denn der matte Baunwollstoff ist mit in Kreisen aufgestickten Bändern verziert. Ich vermute, dass ich diesen Stoff vor einiger Zeit mal beim Überhangverkauf des Berliner Labels Thatchers gekauft. habe (welcher aktuell leider nicht mehr stattfindet). Ganz sicher bin ich mir, dass ich daraus ein Annadress (by Hand London) nähen wollte.
Da ich dann den Annaschnitt doch nicht ganz so optimal in der Passform für mich fand, blieb der Stoff liegen.
Bis ich von Wolleliese an den altbekannten, aber etwas in Vergessenheit geratenen Schnitt "Vintage Shirt Dress" von Sew over erinnert wurde. Danke! Ich hatte den Schnitt vor zwei Jahren schon zweimal genäht, einmal in der ärmellosen Variante (hier) und einmal mit den Ärmeln (hier).  Wie konnte ich den Schnitt nur vergessen? 


An dem Schnitt hatte mir besonders gefallen, dass für die ärmellose Variante eine andere Schulternahtlinie als für die Ärmelvariante vorgesehen ist. Dadurch schmiegt sich das Ärmelloch toll und ist nicht so offenherzig.



Da sich beim Anpassen der beiden ersten Kleider die Abnäher aus Ober- und Unterteil immer etwas versetzt haben und am Ende deshalb nicht mehr schön direkt übereinander saßen, habe ich dieses Mal zuerst die Taillennaht geschlossen und erst ganz am Ende den Abnäher -bzw die eingenähte Falte. Bei der Gelegenheit habe ich diese Abnäherfalte auch gleich etwas mehr zur Mitte gerückt, so sitzt dieser unterhalb meines Brustpunktes 
Ausserdem habe ich -tadaa- Taschen eingebaut. Die Eingriffslinie habe ich an das aufgestickte Muster angepasst.

Erkennt man, wie meine Hand in diese Tasche greift?



Das Oberteil wird leicht angekräuselt und ist dadurch etwas blusig


Die Knödelknöpfe.
Passende Knöpfe vom Crellemarkt hatte ich zufällig auch noch im Lager. Leider nur 5 Stück. Aber da der Stoff nicht flatterig ist, reichten 2 Knöpfe am Rockteil aus, um den Rock nicht aufklaffen zu lassen. Die sonntägliche Radtour durch Kreuzberg, bei der die Fotos entstanden, überstand das Kleid verschlossen. Falls sich das aber doch noch als Ärgernis heraustellen sollte, kann ich ja den Rock unterhalb der Knöpfe immer noch mit ein paar Handstichen an den Blenden zusammennähen.




Hier erkennt man vom Kleid nicht all zu viel, aber die Lokation war natürlich so gewollt, das möchte ich euch nicht vorenthalten ;))


Guckt unbedingt drüben auf dem MMM-Blog, wer heute alles an der Mittwochs-Linkparty mitmacht.

Mittwoch, 31. Mai 2017

MMM 10/17 Mal wieder Waxprint

Meine Stoffe aus einer großen sehr großen Gemeinschafts-Waxprintsammelbestellung im Sommer 2014 haben sich leider im Stoffregal ziemlich festgesetzt. Irgendwie ist dieses Material einfach nicht meins. Ich liebe die Muster (also auf jeden Fall die, die ich mir bestellt habe), aber die störrische Steife des Stoffs ist so ziemlich das Gegenteil von meinen heißgeliebten Bequemjerseys.
Gerade mal zwei Röcke sind bislang aus meinem damaligen Waxprintbestellungsanteil entstanden (hier und hier)

 
Von Monikate bekam ich die Hälfte ihres tollen Knödelstoffes (hier ihr Werk) aus dieser Großbestellung. Das Muster und die Farben sind echt toll.

Ich hatte im letzten Sommer angefangen ein Kleid zu nähen, indem ich das Elisalix-Oberteil (By Hand London) zugeschnitten, zusammengenäht und mit der Anpassung begonnen hatte. Da blieb es dann liegen.

Bis ich es nun Anfang April anlässlich eines Nähkränzchen wieder hervorholte. Feststellte, dass die Anpassung im letzten Sommer doch besser gelungen war als gedacht. Und es um ein Hollyburnrockteil zum Kleid mit seitichem RV ergänzte. Deshalb hat das Kleid so tolle Taschen- Hollyburntaschen.

Bei dem heißen Wetter da draußen trägt sich das Kleid tatsächlich wirklich toll. Der Waxprint ist trotz der Dicke erstaunlicherweise oder eigentlich natürlich überhaupt nicht erstaunlicherweise sehr hitzekompatibel. Mehr Luft kriegste unter einen Rock nicht.
Aber an den Armausschnitten zwickt der Stoff -obwohl ich die Kanten schon mit einem Jerseystreifen verstürzt habe.

Sybilles leinenartiges Lempidress scheint mir trotz der langen Ärmel auch schön luftig zu sein. Es sieht auf jeden Fall super aus- schaust du MMM-Blog.